Krippenfahrt der Senioren nach Sögel

In diesem Jahr führte die „Krippenfahrt“ der Senioren aus Höltinghausen und Halen am 13.01.26 nach Sögel. Dort erwarteten uns zwei sehr unterschiedliche Besichtigungsobjekte. Zunächst ging es zur rumänisch-orthodoxen Kirche. Diese wurde 2021 fertig gestellt und ist die größte Holzkirche dieser Glaubensrichtung in Deutschland. Sie bietet Platz für 200 Gläubige, die während des ca. zweieinhalbstündigen Gottesdienstes stehen. Die Kirche beeindruckt schon von außen durch ein prächtiges Eingangstor mit geschnitzten Balken, durch die Höhe von rund 30 Metern und dem mit Holzschindeln gedeckten Dach. Mit unterschiedlichen christlichen Symbolen sind die mächtigen Balken im Innenraum geschnitzt. Doch beeindruckender sind ein prächtiges, reich geschmücktes Ikonenportal sowie weitere Ikonen und farbenfrohe Wandmalereien in der Kirche. Die Balken und Dachschindeln wurden in Rumänien gefertigt, die Malereien von rumänischen Künstlern vor Ort erstellt. Pfarrer Marius-Gabriel Matei selbst informierte uns über das Gebäude, die Kirchengemeinde, seine Aufgaben und beantwortete geduldig alle Fragen. Die Gemeinde, die den Großraum Papenburg – Sögel abdeckt, lebt von Spenden. Auch der Pfarrer ist ehrenamtlich tätig, d.h. er geht einem anderen Hauptberuf nach.

Nach einer Kaffeepause ging es in die St. Jakobus-Kirche in Sögel. Hier informierte Herr Norda uns über die Entstehung der Krippenfiguren und die Geschichte der Kirche. Die Krippenfiguren sind von Michel Blois, einem französischen Kriegsgefangenen, in den Jahren 1941 bis 1944 in Sögel gefertigt worden. Die ursprünglich naturbelassenen Holzfiguren wurden erst später angemalt. Der Erzählung nach hat der Bildhauer auch an Einheimischen für die Darstellung der Figuren Maß genommen. Zum Erstaunen aller waren am 13.01. die Heiligen Könige nicht mehr auf der Krippe anzutreffen, sondern bereits auf dem Rückweg in ihre Heimat. Die Figuren befanden sich also in verschiedene Richtungen zeigend im Altarraum. Auch der Verkündigungsengel war nicht mehr da. Die Hirten standen im Kreis zusammen, als wenn sie etwas beraten wollten.

Die Sögeler Kirche ist in der heutigen Form der vierte Kirchenbau an der gleichen Stelle. Sie ist in den Jahren 1867 bis 1871 gebaut worden. Seitdem wurde sie mehrmals im Innern verändert. Etwas Besonderes ist die Orgel. Sie stammt aus einer profanierten Kirche in Manchester und ist genauso alt wie diese Kirche in Sögel. St Jakobus ist eine Station des Hümmlinger Pilgerwegs. Deshalb ist hier eine besondere Jakobusfigur zu sehen.