Die „Hubertus“ Brauerei in Höltinghausen


Die „Hubertus“ Brauerei in Höltinghausen
1931 – 1936 – 1977

1930 /31 errichtete die Firma Paul G. Brinkmann auf dem Gelände der Höltinghauser Kalksandsteinwerke eine Bierbrauerei, die „Hubertus“ Brauerei. Im Mai 1931 nahm die neue Brauerei für etwa 20 000 hl Ausstoß in Höltinghausen den Betrieb auf.
In einem Zeitungsbericht ist darüber folgendes zu lesen:

Vor kurzem hat die Höltinghauser Brauerei den Betrieb in vollem Umfang aufgenommen. Um sich ein Bild von der Größe des Unternehmens machen zu können, sei darauf
hingewiesen, daß über 1 Million Hartsteine und bunte Klinker für den Bau und die ausgedehnten Kelleranlagen verwandt wurden. Die Brauerei selbst ist in modernster Weise eingerichtet und mit neuzeitlichen Maschinen ausgestattet. Erwähnt sei nur die mit der 75 – PS -Dampfmaschine gekuppelte Kompressoranlage für die Eisherstellung und Kellerkühlung, die von der für diesen Geschäftszweig weltbekannte Firma Linde, Wiesbaden, geliefert und stündlich 75 000 Cal. zu erzeugen in der Lage ist. In den 3 Lagerkellnern sind 44 Lagerfässer a` 6 000 Liter Bier untergebracht, die eine Lagerung von über 260 000 Liter Bier ermöglichen. Die fachmännische Beratung lag in den Händen des Brauerei-Ingenieurs und Brauerei-Architekten Jokl, Breslau, die Bauleitung selbst war Herrn Architekten Wüstefeld, die Bauausführung der Fa. Wüstefeld, Cloppenburg, übertragen. Die Wasserverhältnisse sind für eine Brauereianlage in Höltinghausen besonders günstig, Das analytische Laboratorium für die Bauindustrie in Berlin hat das Wasser in zweimaliger Untersuchung als ein hervorragend gutes Brauwasser bezeichnet. Es sind somit alle Voraussetzung gegeben, um ein in jeder Hinsicht erstklassiges Bier herzustellen.

1936 wurde die Bierproduktion eingestellt. Der sehr große Keller der Brauerei diente während des II. Weltkrieges auch als Materiallager für die Marine, u. a. befanden sich dort riesige Mengen an Uniformen, Schwimmwesten und Essgeshirr.
Nach dem Krieg stellte eine Metallbaufirma dort eine zeitlang Metallschlitten her.
1977 wurde das Brauereigebäude abgerissen, das frei gewordene Gelände dient heute als Lagerplatz für die Produkte der Steinfabrik.

Der Zeitungsartikel

Bernd Grieshop

Quellenangabe: Chronik der Gemeinde Emstek,1987
Artikel in „Münsterländische Tageszeitung“, o.Datum
Tageszeitung für Brauerei XXIX Jahrgang, Nr.302, 25.Dezember 1931
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