Dreißigjähriger Krieg 1618-1648. Erzählung aus Höltinghausen

Höltinghausen war einst von Kriegsleuten ausgeplündert worden. Da kamen plötzlich wieder Soldaten, versammelten sich in Metten Haus und verlangen, dass man ihnen zu essen und zu trinken gebe. Die Bauern beteuern, dass es an allem und jedem fehle. Die Soldaten erklären, sie wären münde vom Marsch und wollten deshalb ein Stündchen schlafen. Wäre nach ihrem Erwachen nichts herbeigeschafft, so würden sie das ganze Dorf in Brand stecken. Danach legten sie sich in einer Reihe auf dem Stroh nieder, das auf ihr Verlangen Metten Bauer auf der Diele ausgebreitet hatte.

Die verzweifelten Leute traten zusammen und überlegten, was zu machen sei. Schließlich beschlossen sie, sie wollten eine Lange Leiter über die Schläfer legen, dieselbe mit ihren Körpern belasten, um die Quälgeister zu erdrosseln.

Gesagt, getan. Die Soldaten fanden ihren Tod unter der Leiter, und ein Wagen wurde rasch herbeigeführt, um die toten Leiber fortzubringen zum Verscharren, bevor nach den Ver- schollenen Nachforschungen angestellt würden. Unterwegs erwachte einer der Krieger wieder zum Leben, ließ sich vom Wagen heruntergleiten und bat ein erwachsenes Mädchen, das den Wagen mit einem Spaten folgte, um Schonung. >> Ei was!<< rief dieses, >>Eier in de Pannen, dann komet dar kine Küken ut<< und schlug mit ihrem Gerät den Soldaten vollends tot.

Eine Untersauchung brachte später die Bauern auf die Folter, förderte aber nichts zutage, weil sie alle beharrlich leugneten. Aber ihr lebenlang haben sie die Nachwirkungen der Folter durch Reißen in den Gliedern bei Änderung des Wetters verspüren können.

Quellen: Ludwig Strackerjan: Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg 1-2, Band 2, Oldenburg 1909, S. 342-343.

 

Kirchspiel Emstek, Zeichnung.

 

 

 

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