Die Budden-Mühle in Höltinghausen

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Die Budden-Mühle 1942

Nach Einführung der Gewerbefreiheit Mitte des 19. Jahrhunderts bauten die Bauern Budde und Lanfermann in den Jahren 1873 bis 1879 an dem kürzesten Verbindungsweg zwischen Halen und Höltinghausen auf dem Grundstück von Budde eine Kappenwindmühle. Ein angestellter Müller verrichtete die anfallenden Arbeiten. Vorher hatte hier bereits eine kleine Mühle mit angeschlossener Schwarzbrotbäckerei und einer Branntweinbrennerei gestanden. 1899 verlegte Lanfermann die Brennerei, die ihm allein gehörte, zum Bahnhof Höltinghausen.
Familie Budde betrieb Mühle und Bäckerei danach allein. Die Mühle hatte zwei Mahlgänge, einen Schrotgang und einen Feinmehlgang.
Mit dem „Pütwaogen“ holte der Müller das Getreide von den Bauern. Für 100 Pfund (50 kg) erhielten sie nach und nach 100 Pfund Schwarzbrot. Als Lohn („Toll“) für das Abholen und Mahlen des Getreides nahm der Müller eine festgelegte Menge an Getreide.
Im Jahre 1927 wurde der Windmühlenbetrieb durch einen Dieselmotor ergänzt. Im Laufe der Zeit waren die Flügel der Mühle brüchig geworden. 1947 mussten sie abmontiert werden. In einem Bericht heißt es dazu: „Ein schönes altes Wahrzeichen des Dorfes musste leider entfernt werden.“
Während des II. Weltkrieges waren alle Männer zum Wehrdienst eingezogen, und Maria Budde, eine der Töchter, erledigte in dieser Zeit mit einem Kriegsgefangenen die schwere körperliche Arbeit in der Mühle. Die Tochter Anna Budde heiratete nach dem Krieg Josef Koopmann aus Halen, der dann die Mühle übernahm.
Anfang der 80er Jahre bemühte sich der Heimatverein Höltinghausen um den Erhalt und die Wiederherstellung der Mühle. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau wurden auf 250 000 DM veranschlagt. Die Erhaltungswürdigkeit der Mühle wurde vom Amt für Denkmalpflege anerkannt. Die Gemeinde Emstek stellte drei Jahre lang einen festen Betrag für erste Unterhaltsmaßnahmen unter der Bedingung in den Haushalt ein, dass der Landkreis und das Land sich an den Kosten für die Restaurierung beteiligen. Diese Mittel wurden aber nicht bewilligt. In den folgenden Jahren verfiel die Mühle immer mehr.
Als im Jahre 1993 die 1972 abgebrannte Mühle in Idafehn, Gemeinde Ostrhauderfehn, wieder aufgebaut werden sollte, suchte der „Mühlenkring“ in alten, nicht mehr funktionsfähigen Mühlen nach brauchbaren Teilen. Die Gemeinde Ostrhauderfehn schloss mit der Eigentümerin der Budden-Mühle, Maria Drews, geb. Koopmann, im Mai 1999 einen Vertrag. Darin verpflichtete sich die Gemeinde Ostrhauderfehn, für die gesamten Kosten des Abrisses aufzukommen. Als Gegenleistung überließ Maria Drews der Gemeinde Ostrhauderfehn alle noch verwertbaren Teile der Mühle. Es konnten die Königswelle, der eiserne Wellkopf, das Stirnrad und drei Mühlsteine für den Wiederaufbau der Mühle in Idafehn verwendet werden.
Bernd Grieshop
Quellenangabe
1. Chronik der Gemeinde Emstek, 1987
2. Münsterländische Tageszeitung v. 20.06.81, 05.12.81, 17.u.18.12.81,
01.12.84, 11.05.2000, 09.12.2000.,26.09.2000
3. Gespräch mit Heinrich Wessling, Cloppenburg

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